Kellertüren, Haustüren und Garagentore sind die drei Eingänge, durch die bei Starkregen und Hochwasser das meiste Wasser ins Haus eindringt. Ein Kellerfenster, ein Lichtschacht, selbst eine undichte Wand — all das lässt sich nachträglich abdichten. Aber eine Tür, durch die Sie täglich gehen? Oder ein Garagentor, das sich motorisch öffnet? Das sind die Stellen, an denen herkömmliche Lösungen versagen.
Genau darum geht es in diesem Beitrag: Welche wasserdichten Türen und Abdichtungssysteme für Ihre Eingänge wirklich funktionieren, was sie kosten und worauf Sie bei der Auswahl achten müssen. Ohne Marketing-Versprechen, mit echten Erfahrungswerten aus der Montagepraxis.
Ob wasserdichte Kellertür kaufen, Dammbalkensystem kaufen oder Garagen-Hochwasserschutz – jede Eingangs-Lösung hat andere Stärken. Wir zeigen, welche wo passt.
Warum Türen & Tore die größte Schwachstelle sind
Wer sein Haus gegen Wasser abdichten will, denkt zuerst an Kellerwände, Bodenplatten und Fenster. Das ist auch richtig — die Kellerabdichtung gegen Hochwasser bleibt die Basis jedes Schutzkonzepts. Aber: Eine einzige nicht geschützte Kellertür lässt innerhalb von Minuten Hunderte Liter Wasser passieren.
So schützen Sie Ihre Kellertür vor Hochwasser — der praxisnahe Ratgeber.
Der Grund liegt in der Konstruktion. Türen und Tore haben bewegliche Teile, Dichtungen, Scharniere, Bodenschienen. Sie sind nicht dafür gebaut, Wasserdruck standzuhalten — sie sind für Luftzug, Einbruchschutz und thermische Trennung ausgelegt. Sobald Wasser von außen ansteht, drückt es mit erheblichem Druck gegen die Tür. Schon ab 10 cm Wasserhöhe vor einer Standardtür ist der Eintritt ins Gebäude nur eine Frage von Minuten.
Die GDV-Naturgefahrenstatistik zeigt: Bei Starkregenereignissen entstehen über 40 % der Gebäudeschäden durch eindringendes Oberflächenwasser — nicht durch ansteigendes Grundwasser. Das Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. Und das sind fast immer die Öffnungen im Mauerwerk.
Praktisch bedeutet das: Sie können Kellerwände perfekt abdichten, eine Rückstauklappe einbauen und die Fenster sichern. Wenn Ihre Kellertür nur eine normale Holztür mit Gummidichtung ist, war alles umsonst. Deshalb beginnt jeder durchdachte Hochwasserschutz fürs Haus bei den Eingängen.
Wasserdichte Kellertüren – Arten & Kosten
Eine wasserdichte Kellertür Hochwasserschutz unterscheidet sich grundlegend von einer normalen Tür. Sie hat einen speziellen Rahmen mit integrierter Wasserdruck-Dichtung, eine verstärkte Türblatt-Konstruktion und mehrfache Verriegelungspunkte, die das Türblatt gegen die Dichtung pressen. Je mehr Verriegelungspunkte, desto gleichmäßiger der Anpressdruck — und desto höher die erreichbare Wassersäule.
Die Norm DIN 18195-4 regelt die Abdichtung erdberührter Bauteile gegen Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser. Für Türen kommt zusätzlich die CE-Kennzeichnung nach EU-Bauproduktenverordnung zum Tragen — sie belegt, dass die Tür als Bauprodukt zugelassen und geprüft ist. Seriöse Hersteller lassen ihre Systeme darüber hinaus von unabhängigen Prüfinstituten wie dem ift Rosenheim testen.
Die Kosten einer wasserdichten Tür hängen von drei Faktoren ab: Material, Größe und ob es sich um einen Neueinbau oder eine Nachrüstung handelt. Bei der Nachrüstung muss zudem geprüft werden, ob der vorhandene Türsturz und die Laibung die nötige Stabilität bieten. Mehr dazu im Beitrag zu den tatsächlichen Kosten wasserdichter Kellertüren.
Stahl-Kellertüren: Robust, schwer, teuer
Stahltüren für den Hochwasserschutz sind die massivste Variante. Sie bestehen aus einem Stahlrahmen und einem mehrfach versteiften Stahltürblatt, oft mit zusätzlicher Korrosionsbeschichtung. Ihr Vorteil: Sie halten auch Wasserdruck von außen stand und erreichen je nach Ausführung Wassersäulen von 2,50 m und mehr.
Nachteil: Das hohe Eigengewicht (oft über 80 kg für das Türblatt allein) erfordert massive Maueranker und kann nicht in jede Laibung eingebaut werden. Zudem ist Stahl im unbeheizten Kellerbereich anfällig für Kondenswasser — eine Pulverbeschichtung oder Verzinkung ist Pflicht. Kosten: 1.800 € bis 3.500 € inklusive Einbau.
Aluminium-Türen: Leichter, korrosionsfrei, günstiger
Aluminium-Hochwasserschutztüren wiegen etwa 40 % weniger als vergleichbare Stahlmodelle. Das spart nicht nur beim Transport, sondern erlaubt auch den Einbau in weniger tragfähige Laibungen. Aluminium rostet nicht — ein klarer Vorteil im Keller, wo die Luftfeuchtigkeit oft dauerhaft über 60 % liegt.
Die Abdichtung erfolgt über spezielle, mehrfach gestaffelte Hohlkammerdichtungen im Rahmen. Bei fachgerechter Montage erreichen Aluminium-Türen Wassersäulen von 1,50 m bis 2,00 m. Kosten: 1.400 € bis 2.800 €. Achten Sie auf die CE-Kennzeichnung und ein Prüfzertifikat — nicht jede Alu-Tür hält tatsächlich Wasserdruck stand.
Kunststoff-Türen: Die preiswerte Alternative — mit Grenzen
Kunststofftüren mit Stahlkernverstärkung sind die günstigste Variante. Sie kosten ab 800 € und erreichen je nach Ausführung Wassersäulen bis etwa 1,20 m. Für viele Kellereingänge, die nicht in unmittelbaren Überschwemmungsgebieten liegen, ist das ausreichend.
Die Grenzen: Kunststoff verformt sich bei höherem Wasserdruck stärker als Metall. Ab etwa 1,00 m Wassersäule kann die Dichtung nicht mehr zuverlässig halten, weil sich das Türblatt durchbiegt. Zudem sind die Rahmenprofile weniger steif — die Verankerung in der Laibung muss mit größerer Sorgfalt erfolgen. Bei Starkregen mit stehendem Wasser vor der Tür kann das funktionieren. Bei planmäßigem Hochwasser mit mehr als 1,00 m Pegel ist Kunststoff die falsche Wahl.
Einbau-Standards: Das entscheidet über Dichtigkeit
Die beste Tür nützt nichts, wenn der Einbau nicht nach Norm erfolgt. Die DIN 18195-4 schreibt vor, dass der Anschluss Türrahmen zur Bauwerksabdichtung fachgerecht ausgeführt wird. Konkret bedeutet das:
- Rahmenverankerung: nicht nur oben und unten, sondern mindestens sechs Befestigungspunkte gleichmäßig über die Höhe verteilt. Jeder Punkt muss separat abgedichtet werden.
- Laibungsanschluss: Der Spalt zwischen Türrahmen und Mauerwerk wird mit Quellmörtel oder druckwasserdichtem Montageschaum geschlossen. Zusätzlich muss außenseitig eine dauerelastische Dichtungsmasse aufgebracht werden.
- Bodenschwelle: Sie muss mindestens 5 cm hoch sein und mit dem Bauwerksabdichtungssystem des Kellers kraftschlüssig verbunden werden. Das ist der häufigste Fehler bei Nachrüstungen — die Schwelle wird einfach auf den bestehenden Boden gesetzt, ohne Verbindung zur Horizontalsperre.
- Gefälle nach außen: Der Boden vor der Tür muss immer ein Gefälle vom Gebäude weg haben. Steht das Wasser direkt vor der Tür, erhöht sich der Druck auf die Dichtung um ein Vielfaches.
Einbau-Faustregel: Eine wasserdichte Tür korrekt einzubauen dauert einen Tag — zwei Monteure, etwa 8 Stunden. Alles darunter ist Pfusch. Die AquaLOCK-Systeme im Überblick zeigen, wie solche Türen auch unter realen Bedingungen getestet werden.
Garagentore – wasserdicht abdichten
Garagen sind das unterschätzte Einfallstor für Hochwasser. Viele Hausbesitzer denken: „Die Garage ist ja nicht der Wohnraum, da kann mal Wasser reinlaufen.“ Dieser Gedanke ist gefährlich. Eine geflutete Garage bedeutet oft:
- Wasserschaden an einer zum Wohnbereich führenden Tür (die meist nicht wasserdicht ist)
- Zerstörte Elektroinstallation (Wallbox, Garagentorantrieb, Steckdosen)
- Wasser sickert durch die Innenwand in angrenzende Kellerräume
- Totalschaden an gelagerten Gegenständen, Fahrrädern, Reifen
Das Problem beim Garagenhochwasserschutz: Ein normales Sectionaltor oder Schwingtor hat keinerlei Abdichtung gegen Wasserdruck. Die Bodendichtung ist eine einfache Gummilippe, die Seiten werden durch Filzstreifen abgedichtet — beides hält Wind und Laub ab, nicht Wasser. Die Lösung liegt in drei Bereichen: Seitenteile, Bodenabdichtung und Motorschutz. Eine detaillierte Anleitung finden Sie im Ratgeber Garagentor vor Hochwasser schützen.
Auch interessant: Garagentor schützen — alle Abdichtungslösungen im Vergleich.
Seitenteile: Die unterschätzte Lücke
Bei Sectionaltoren laufen die Torflügel in seitlichen Führungsschienen. Zwischen Schiene und Mauerwerk klafft fast immer ein Spalt von 1-3 cm — bei Starkregen läuft hier Wasser direkt in die Garage. Die Abdichtung erfolgt über spezielle Anschlagprofile aus Aluminium, die auf die Laibung geschraubt und mit der Bauwerksabdichtung verbunden werden.
Bei älteren Garagen ohne ausreichende Laibungstiefe können auch nach außen versetzte Winkelschienen mit aufgeklebter Dichtlippe funktionieren. Die Montage ist anspruchsvoll: Die Schiene muss absolut lotrecht sitzen, sonst schließt das Tor nicht korrekt. Kosten für die seitliche Abdichtung: 400 € bis 800 € Material plus Einbau.
Bodenabdichtung: Die entscheidende Barriere
Die Bodenschwelle ist die kritische Stelle jedes Garagentors. Wasser, das vor dem Tor steht, drückt von unten gegen die Dichtung. Drei Lösungen haben sich in der Praxis bewährt:
- Fest montierte Anschlagsschwelle: Eine Aluminium- oder Edelstahlschwelle, 5-8 cm hoch, in den Estrich eingelassen und mit dem Bauwerksabdichtungssystem verbunden. Die flexibelste und zuverlässigste Lösung. Materialkosten: 200 € bis 400 €.
- Aufschraub-Gummilippe: Eine auf den Boden geschraubte Dichtlippe aus EPDM-Gummi. Funktioniert nur bei glattem, ebenem Betonboden und bis ca. 5 cm Wasserstand. Nicht für Gebiete mit regelmäßigem Hochwasser geeignet. Kosten: 80 € bis 150 €.
- Magnetische Bodendichtung: Eine flexible Dichtschiene, die magnetisch an der Metall-Bodenschiene haftet. Die günstigste und einfachste Lösung — aber auch die unzuverlässigste. Sobald Schmutz oder Laub am Magneten haftet, ist die Dichtung unwirksam. Kosten: 30 € bis 60 €.
Wichtig: Keine dieser Lösungen ersetzt eine professionelle Bauwerksabdichtung, wenn die Garage an den Keller angrenzt. Dann muss zuerst die Kellerwand abgedichtet werden.
Motor-Schutz: Elektronik außerhalb der Gefahrenzone
Garagentorantriebe sitzen meist an der Decke — bei normalem Hochwasser kein Problem. Aber: Die Steuerungseinheit, oft in einer Metallbox an der Wand auf Brusthöhe montiert, hat eine 230V-Zuleitung. Sobald Wasser in die Garage eindringt, besteht die Gefahr von Kurzschlüssen und Kabelbränden.
Praktische Maßnahmen:
- Steuerungseinheit mindestens 50 cm über dem erwartbaren Maximalpegel montieren. In hochwassergefährdeten Gebieten bedeutet das oft auf Kopfhöhe oder höher.
- Die Zuleitung nicht im Sockelbereich führen, sondern von oben kommend. Verteilerdosen nie bodennah setzen.
- Einen separaten FI-Schutzschalter (30mA) nur für den Garagentorantrieb einbauen. Dann löst nur die Garage aus, nicht der Rest des Hauses.
- Bei Neubau oder Sanierung: Notentriegelung von außen vorsehen. Wenn der Motor ausfällt und das Tor geschlossen ist, kommen Sie sonst nicht mehr rein.
Einfahrtssperren & mobile Systeme
Nicht jedes Problem braucht eine fest installierte Tür. Bei Einfahrten, Hofdurchfahrten oder breiten Toreinfahrten sind mobile Hochwasserschutzsysteme oft die bessere — weil flexiblere — Lösung. Sie kommen zum Einsatz, wenn:
- Die Öffnung zu breit für eine vorgefertigte Tür ist (über 1,50 m)
- Der Zugang für Fahrzeuge auch im Normalzustand offen bleiben muss
- Eine feste Schwelle eine Stolperfalle darstellen würde
Zwei Systeme dominieren den Markt: Mobile Dammbalken und aufblasbare Schlauchsysteme. Mobile Dammbalken aus Aluminium werden bei Bedarf in vorinstallierte Führungsschienen eingeschoben. Sie sind die zuverlässigere Variante, weil sie rein mechanisch funktionieren — kein Strom, keine Pumpe, kein Druckverlust.
Aufblasbare Systeme bestehen aus einem beschichteten Gewebeschlauch, der in die Öffnung gelegt und mit Druckluft befüllt wird. Sie sind leichter zu lagern und schneller einsatzbereit, haben aber zwei Schwachstellen: Sie brauchen eine Stromquelle für den Kompressor, und ein spitzer Gegenstand kann den Schlauch perforieren. Im Ernstfall — nachts, bei Sturm, wenn die Einfahrt unter Wasser steht — will niemand einen defekten Schlauch tauschen.
Für Einfahrten und Hofdurchfahrten ist das Schutz-Set für Ihre Einfahrt ein guter erster Überblick über das, was realistisch machbar ist.
Dammbalkensysteme für Türen – Vergleich
Ein Dammbalkensystem schützt Ihre Tür von außen, ohne dass Sie die Tür selbst austauschen müssen. Das Prinzip: Vor der Tür werden zwei seitliche Führungsschienen montiert. Bei Hochwasserwarnung schieben Sie horizontale Aluminium-Profile — die Dammbalken — in die Führungsschienen ein. Die Profile pressen sich über Gummidichtungen gegeneinander und gegen den Boden und bilden so eine wasserdichte Barriere.
Der Vergleich dreht sich um das Material der Balken:
| Kriterium | Aluminium | Edelstahl |
|---|---|---|
| Gewicht pro Balken | 4-8 kg | 8-15 kg |
| Maximale Wassersäule | 1,50 m | 2,50+ m |
| Korrosionsbeständigkeit | Sehr gut (eloxiert) | Hervorragend (V4A) |
| Preis (pro lfm Höhe) | 180-250 € | 280-400 € |
| Lebensdauer | 20-30 Jahre | 30-50+ Jahre |
| Ein-Personen-Montage | Ja, auch bei 1,20 m | Nein, ab 2 Balken Helfer nötig |
Die Praxis entscheidet oft über Gewicht: Bei einer Tür von 1,00 m Breite und 1,20 m Schutzhöhe wiegt ein Alu-System komplett etwa 30 kg und wird von einer Person aufgebaut. Das Edelstahl-Äquivalent wiegt 55 kg — zwei Personen, mindestens. Für die meisten Hausbesitzer ist Aluminium deshalb die realistischere Wahl. Nähere Details zur Funktionsweise finden Sie im Beitrag Dammbalkensystem – Funktion, Arten, Montage & Kosten.
Ein häufiger Fehler bei der Planung: Die Führungsschienen werden zu knapp an der Tür montiert. Das erschwert das Einschieben der Balken im Ernstfall — wenn es eilt, es dunkel ist und Sie nervös sind. Planen Sie mindestens 10 cm Abstand zwischen Türblatt und Dammbalkenebene ein. Dann können Sie die Balken auch mit Handschuhen sauber einsetzen. Wer tiefer einsteigen will, wasserdichte Tür oder Dammbalken, liest den ausführlichen Vergleich Dammbalken vs. wasserdichte Tür.
Acrylschotten & Sonderlösungen
Nicht jede Öffnung lässt sich mit einer Tür oder Dammbalken schützen. Für Sonderfälle — breite Kellerabgänge, verglaste Zugänge, Lichtschächte mit Türfunktion — gibt es zwei bewährte Alternativen:
Acrylschotten sind transparente Platten aus schlagzähem Acrylglas (PMMA), die in einen Aluminium-Rahmen gefasst werden. Sie schützen wie eine wasserdichte Tür, lassen aber Licht durch — ideal für Kellerzugänge, die auch als Fluchtweg dienen. Die Plattenstärke beträgt 15-20 mm, je nach erforderlicher Wassersäule. Ein Acrylschott für eine Standard-Kellertür (90 x 200 cm) kostet 900 € bis 1.500 €. Eine Übersicht zu trelixx Acrylschotts — einem gängigen System — finden Sie im treilixx Hochwasserschutz Acrylschotts Überblick.
Hochwasserschutz-Portale sind die größte Variante: zweiflügelige Metalltüren mit massiver Wasserdruck-Dichtung, entworfen für Kellerzugänge mit Außentreppe. Sie werden in die Außenwand gesetzt und schließen den kompletten Abgang ab. Kosten: 3.000 € bis 6.000 €. Planen Sie hier zwingend ein Bodengutachten ein — das Gewicht eines Portals erfordert ein tragfähiges Fundament, das über die normale Bodenplatte hinausgeht.
Kippluken mit Hochwasserschutz sind eine unterschätzte Lösung. Bei älteren Gebäuden mit außenliegendem Kellerabgang wird oft eine Stahlluke montiert. Diese kann mit integrierter Wasserdruck-Dichtung ausgestattet werden. Kosten: ab 600 € zuzüglich Einbau. Ein Hinweis aus der Praxis: Prüfen Sie den Korrosionsschutz. Eine Luke im Außenbereich ohne Zinklamellenbeschichtung oder Edelstahl-Variante rostet innerhalb von 5-8 Jahren durch.
Pflege & Wartung wasserdichter Türen
Eine wasserdichte Tür ist kein „Einbauen und Vergessen“-Produkt. Die Dichtungen altern, die Beschläge korrodieren, die Verriegelungspunkte können sich justieren. Wenn Sie bei Hochwasser darauf vertrauen wollen, dass Ihre Tür hält, brauchen Sie eine einfache, aber konsequente Wartungsroutine:
- Alle 6 Monate: Dichtungen prüfen. Gummidichtungen mit Silikonspray behandeln (nicht mit Öl — Öl lässt Gummi quellen). Risse, Verhärtungen oder Verformungen sofort dem Fachbetrieb melden. Eine poröse Dichtung hält null Wasserdruck.
- Einmal jährlich: Funktionstest. Tür schließen, alle Riegel vollständig einrasten lassen, dann mit einem Blatt Papier prüfen: Zwischen Türblatt und Rahmen an verschiedenen Stellen durchziehen. Wenn das Papier an einer Stelle leicht durchgleitet, ist der Anpressdruck dort ungleichmäßig — die Tür braucht Nachjustierung.
- Scharniere und Verriegelungspunkte: mit harzfreiem Fett schmieren, nicht mit Sprühöl. Sprühöl verflüssigt sich bei Wärme, tropft ab und hinterlässt ungeschützte Metallflächen.
- Bodenschwelle: Von Laub, Schlamm und Streusalz freihalten. Salz greift sowohl Aluminium als auch Gummidichtungen an.
- Garagentorantrieb: Alle 2 Jahre vom Fachbetrieb warten lassen. Der Antrieb merkt nicht, ob eine Dichtung undicht ist — er fährt auch mit Wasser im Motor weiter, bis der Kurzschluss kommt.
Ein realitätsnaher Hinweis: Die meisten wasserdichten Türen erhalten in den ersten 10 Jahren nach Einbau keine einzige Wartung. Dann kommt das Hochwasser, die Tür funktioniert nicht — und der Hausbesitzer sagt „Die Tür war nix“. Nein, die Tür war ok. Die Pflege hat gefehlt.
FAQ – Häufige Fragen zu hochwassersicheren Eingängen
1. Wie hoch darf das Wasser vor einer wasserdichten Tür maximal stehen?
Das hängt vom Modell ab. Seriöse Hersteller geben die maximale Wassersäule in Metern an (z. B. 1,50 m oder 2,00 m). Diese Angabe muss durch ein Prüfzertifikat eines unabhängigen Instituts belegt sein. Ohne Zertifikat ist die Angabe wertlos. Prüfen Sie auch, ob die angegebene Wassersäule für „stehendes Wasser“ oder „drückendes Wasser mit Wellenschlag“ gilt — letzteres stellt höhere Anforderungen.
2. Kann ich meine vorhandene Kellertür wasserdicht nachrüsten?
In der Regel nicht. Die Nachrüstung einer normalen Tür mit Dichtungen scheitert an drei Punkten: Der Türrahmen ist nicht für Wasserdruck dimensioniert, die Türblatt-Verriegelung hat zu wenige Druckpunkte, und die Bodenschwelle ist nicht mit der Bauwerksabdichtung verbunden. Sie müssen die komplette Einheit ersetzen. Kostenlich sollten Sie mit 1.400 € bis 3.500 € rechnen — abhängig von Türgröße und Material.
3. Was ist besser: eine neue wasserdichte Tür oder ein Dammbalkensystem?
Das ist keine Glaubensfrage, sondern eine Kosten-Nutzen-Abwägung. Eine wasserdichte Tür ist die dauerhafte Lösung — eingebaut, immer da, keine Vorwarnzeit nötig. Ein Dammbalkensystem ist günstiger (Aluminium-System ab 1.200 €), lässt die vorhandene Tür unangetastet und kann bei Mietshäusern ohne Zustimmung der Eigentümergemeinschaft montiert werden. Der Nachteil: Sie müssen die Balken bei Hochwasserwarnung manuell einsetzen — mit allen Unwägbarkeiten, die das nachts bei Sturm mit sich bringt.
4. Brauche ich für meine Einfahrt einen Hochwasserschutz?
Das ist eine Frage der Topographie. Liegt Ihre Einfahrt tiefer als das angrenzende Gelände oder der Straßenablauf? Dann ja — bei Starkregen wird Ihre Einfahrt zur Auffangwanne für das gesamte Oberflächenwasser der Straße. Eine einfache Lösung: eine kleine Querrinne mit Gitterrost im Einfahrtsbereich, die das Wasser vor dem Haus abfängt und umleitet. Kosten: 300 € bis 600 €.
5. Welche Normen und Zertifikate muss eine wasserdichte Tür haben?
Mindestens: CE-Kennzeichnung nach Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011 und Konformität mit DIN 18195-4 (Abdichtung erdberührter Bauteile). Darüber hinaus sollten Sie auf ein Prüfzertifikat eines akkreditierten Instituts wie dem ift Rosenheim achten, das die erreichte Wassersäule unter realistischen Bedingungen bestätigt. Einbruchschutz-Klassen (RC1-RC6 nach EN 1627) sind ein Bonus, kein Muss — sie haben nichts mit Wasserdichtigkeit zu tun.
Jetzt Beratungstermin vereinbaren
Nutzen Sie unseren Hochwasserschutz-Konfigurator für eine erste Einschätzung. Welche Lösung für Ihre Türen, Tore und Garageneingänge die richtige ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt ab von:
- Ihrer Geländesituation (Hanglage? Mulde? Straßengefälle?)
- Der Bausubstanz Ihres Hauses (Türsturz tragfähig? Bauwerksabdichtung intakt?)
- Ihrem Budget und Ihren Prioritäten (dauerhaft eingebaut oder mobil?)
- Dem realistischen Risiko (nicht: „Was wäre maximal möglich?“, sondern: „Was ist in den letzten 20 Jahren passiert?“)
Lassen Sie sich von unseren Experten beraten, welche Tür- oder Tor-Lösung für Ihr Haus ideal ist.
Ein Vor-Ort-Termin dauert etwa 45 Minuten und ist für Sie kostenlos. Wir sehen uns Ihre Eingänge an, messen die Laibungen aus, prüfen die Bauwerksabdichtung und erstellen eine Empfehlung — mit konkreten Zahlen, konkreten Produkten und einem Angebot, das hält, was es verspricht. Ohne Vertriebsdruck. Ohne Panikmache. Mit Fachwissen, das aus über 450 realisierten Installationen stammt.

