Viele Hausbesitzer glauben, dass Hochwasserschutz nur beim Neubau möglich ist. Das stimmt nicht. Die allermeisten Schutzsysteme lassen sich problemlos in bestehende Gebäude einbauen – ohne große Baumaßnahmen und oft an einem einzigen Tag.
In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, welche Nachrüstungen möglich sind, welche Voraussetzungen Ihr Haus mitbringen muss und wo die Grenzen liegen.
Welche Maßnahmen lassen sich nachrüsten?
Die gute Nachricht zuerst: Fast alles. Hier die gängigsten Nachrüstungen, sortiert nach Häufigkeit:
Acrylschotts für Kellerfenster sind die einfachste Nachrüstung überhaupt. Sie werden von außen in die Fensterlaibung montiert. Das bestehende Fenster bleibt drin. Montagezeit: ca. 30 bis 60 Minuten pro Fenster.
Dammbalkensysteme für Türen werden in die Laibung oder vor die Tür montiert. Die bestehende Tür bleibt ebenfalls – sie wird nur ergänzt. Montagezeit: ca. 2 bis 4 Stunden pro Tür.
Lichtschacht-Abdeckungen werden auf den vorhandenen Lichtschacht gesetzt. Keine baulichen Veränderungen nötig. Montagezeit: ca. 30 Minuten.
Flutschotts werden einfach vor die Tür gestellt und verspannt. Keine permanente Montage nötig – perfekt als Sofortlösung. Aufbau: 5 Minuten.
Wasserdichte Fenster ersetzen das bestehende Kellerfenster komplett. Hier wird also tatsächlich getauscht. Montagezeit: ca. 2 bis 3 Stunden pro Fenster.
Wasserdichte Türen ersetzen die bestehende Tür inklusive Zarge. Montagezeit: ca. 4 bis 6 Stunden.
Rückstauklappen werden in die Abwasserleitung eingebaut. Je nach Zugänglichkeit der Leitung 2 bis 6 Stunden.
Was geht NICHT? Die Grenzen der Nachrüstung
Bei aller Flexibilität gibt es Situationen, in denen eine Nachrüstung schwierig oder unmöglich ist:
Mauerwerk das nicht trägt. Dammbalkensysteme übertragen den Wasserdruck über die U-Profile in die Wand. Wenn das Mauerwerk nicht tragfähig ist – etwa bei stark porosierten Ziegeln oder dünnen Trennwänden – kann kein System montiert werden. In solchen Fällen muss erst das Mauerwerk verstärkt werden.
Starke Außendämmung (WDVS). Bei einer 16 cm dicken Dämmschicht vor dem Mauerwerk müssen wir die Dämmung im Montagebereich entfernen, um direkt auf dem tragenden Mauerwerk zu befestigen. Das geht, ist aber Mehraufwand.
Denkmalgeschützte Fassaden. Hier sind sichtbare Montagen an der Außenfassade oft nicht erlaubt. Lösung: Montage von innen (hinter der Tür) oder mobile Systeme wie Flutschotts.
Druckendes Grundwasser. Wenn Wasser von unten durch die Bodenplatte drückt, helfen Fenster- und Türschutz allein nicht. Hier brauchen Sie zusätzlich eine professionelle Kellerabdichtung.
Voraussetzungen: Was prüfen wir beim Ortstermin?
Bei jedem Ortstermin nehmen wir vier Dinge auf:
Die Öffnungsmaße. Jedes Fenster und jede Tür wird millimetergenau vermessen. Die Systeme werden maßgefertigt – es gibt keine Standardgrößen.
Das Mauerwerk. Wir prüfen, ob die Wand tragfähig ist und aus welchem Material sie besteht: Beton, Vollstein, Hohlziegel oder Kalksandstein. Jedes Material erfordert andere Dübel und Befestigungen.
Den Bodenbelag. Für die Bodenschiene eines Dammbalkensystems muss der Boden eben und stabil sein. Fliesen oder Beton sind ideal. Bei unebenen Natursteinböden wird ggf. angepasst.
Die Zugänglichkeit. Können wir die Außenseite des Fensters erreichen? Ist der Lichtschacht zugänglich? Gibt es Hindernisse wie Rohre oder Leitungen?
Wie lange dauert eine Nachrüstung?
Die Montagezeiten überraschen die meisten Kunden – es geht schneller als gedacht:
Ein typisches Reihenhaus mit 3 Kellerfenstern und 1 Kellertür rüsten wir an einem Arbeitstag nach. Ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garage braucht in der Regel 1,5 bis 2 Arbeitstage. Der Alltag im Haus wird kaum gestört – die Montage findet überwiegend von außen statt.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich mein bestehendes Fenster oder meine Tür entfernen?
In den meisten Fällen nicht. Acrylschotts und Dammbalkensysteme werden zusätzlich zum bestehenden Fenster/Tür montiert. Nur bei wasserdichten Fenstern und Türen wird das alte Element komplett ausgetauscht.
Kann ich einzelne Fenster nachrüsten oder muss ich gleich alle machen?
Sie können problemlos einzeln nachrüsten. Viele Kunden starten mit dem am stärksten gefährdeten Fenster und rüsten nach und nach alle nach.
Wird bei der Montage meine Fassade beschädigt?
Minimal. Für die Montage von U-Profilen werden Bohrungen gesetzt. Bei sauberem Putz ist das kaum sichtbar. Bei Fliesen im Innenbereich bohren wir in die Fugen.
Funktioniert Nachrüstung auch bei einem Fertighaus?
Ja, mit Einschränkungen. Bei Fertigbauweise mit dünnen Wänden muss individuell geprüft werden, ob eine Druckbelastung möglich ist. Flutschotts und Acrylschotts gehen fast immer.
Ihr Haus steht schon – der Schutz fehlt noch?
👉 👉 Kostenlosen Ortstermin anfragen – Wir schauen uns Ihr Haus an und sagen Ihnen genau, was möglich ist.
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