Die Idee ist nachvollziehbar: Warum tausende Euro ausgeben, wenn man es selbst machen kann? Wir wären schlechte Berater, wenn wir Ihnen da einen Strich durch die Rechnung machen würden. Also machen wir es anders: Wir sagen Ihnen ehrlich, was Sie selbst machen können – und wo Sie sich besser Hilfe holen.
Was Sie selbst machen können
Sandsäcke vorbereiten. Der Klassiker. Sandsäcke aus Jute oder PP, gefüllt mit Sand oder Kies. Funktioniert als provisorischer Schutz für niedrige Wasserstände (bis ca. 30 cm). Kosten: ca. 50 bis 100 Euro für 20–30 Säcke. Nachteil: schwer, arbeitsintensiv, nicht langfristig dicht.
Lichtschächte erhöhen. Wenn Ihr Lichtschacht zu niedrig ist und Wasser überläuft, können Sie mit Mauermörtel oder Betonsteinen den Rand erhöhen. Kein Hexenwerk, solange Sie sauber arbeiten.
Silikon- und Dichtmasse erneuern. Alte Silikonfugen an Kellerfenstern und Türen können Wasser durchlassen. Altes Silikon raus, neues rein – das kann jeder Heimwerker.
Rückstauklappe warten. Wenn Sie schon eine Rückstauklappe haben: Öffnen, reinigen, Klappe prüfen. Jährlich. Spart Geld und schützt.
Wertgegenstände hochlagern. Schwerlastregale im Keller, Plastikboxen statt Kartons, Elektronik mindestens 50 cm über Boden. Kostet wenig, bringt viel.
Notfallset zusammenstellen. Taschenlampe, Gummistiefel, Eimer, Tauchpumpe (ab 50 Euro im Baumarkt), Folie, Klebeband. Alles griffbereit lagern.

Was wir nicht empfehlen
Dammbalkensysteme selbst montieren. Die U-Profile müssen millimetergenau ausgerichtet werden, sonst sind die Dammbalken später undicht. Außerdem müssen die Dübel exakt auf das Mauerwerk abgestimmt sein. Falsche Dübel = System hält dem Wasserdruck nicht stand. Die Systeme selbst zu kaufen und dann selbst zu montieren, wird im Ernstfall teurer als die professionelle Montage.
Holzbretter als Dammbalken. Wir sehen das immer wieder: Leute schrauben sich U-Profile aus dem Baumarkt an die Wand und schieben Holzbretter rein. Das Problem: Holz quillt im Wasser, verzieht sich und dichtet nicht ab. Und die Standard-Aluprofile aus dem Baumarkt sind nicht für Wasserdruck ausgelegt.
Fenster selbst wasserdicht machen. Folien, Klebeband oder Bauschaum über das Kellerfenster zu kleben funktioniert bestenfalls bei wenigen Zentimetern Wasser. Bei echtem Hochwasserdruck drückt das Wasser alles weg.
Kellerabdichtung selbst machen. Innendichtschlämmen für kleine Feuchtigkeitsprobleme sind machbar. Aber eine professionelle Kellerabdichtung gegen drückendes Wasser ist nichts für Heimwerker – Fehler werden extrem teuer.
Der pragmatische Mix: DIY + Profi
Die kluge Lösung für preisbewusste Hausbesitzer:
Selbst machen: Lichtschächte erhöhen, Silikonfugen erneuern, Rückstauklappe warten, Wertgegenstände hochlagern, Notfallset vorbereiten.
Profi beauftragen: Dammbalkensysteme für Türen, Acrylschotts für Kellerfenster, Rückstauklappe einbauen (wenn noch keine vorhanden), Kellerabdichtung bei drückendem Wasser.
So sparen Sie mehrere hundert Euro und haben trotzdem professionellen Schutz dort, wo es wirklich zählt.

Häufig gestellte Fragen
Was kosten Sandsäcke?
Ca. 1 bis 2 Euro pro Stück (leer) plus Sand. Für eine Türöffnung brauchen Sie ca. 15 bis 20 Säcke. Fertig gefüllt aus dem Baumarkt: ca. 3 bis 5 Euro pro Stück.
Gibt es gute Alternativen zu Sandsäcken?
Ja. Wasser-absorbierende Barrieren (z.B. HydroSnake, Flood Sax) quellen bei Wasserkontakt auf und sind leichter zu lagern. Kosten: ca. 5 bis 15 Euro pro Stück.
Kann ich ein Dammbalkensystem online kaufen und selbst montieren?
Ja, manche Hersteller verkaufen direkt an Endkunden. Aber: Die Garantie erlischt oft bei Selbstmontage, und im Schadensfall kann die Versicherung Probleme machen, wenn keine Fachfirma montiert hat.
Das Wichtigste selbst machen – den Rest dem Profi überlassen:
👉 Kostenlosen Ortstermin anfragen – Wir sagen Ihnen ehrlich, was DIY geht und was nicht.
👉 Konfigurator starten – Erste Einschätzung in 2 Minuten.

