Hochwasserschutz Mietwohnung: Was Mieter selbst dürfen

Sie wohnen zur Miete und haben Angst vor dem nächsten Hochwasser? Verständlich. Aber als Mieter können Sie nicht einfach Dammbalkensysteme in die Wand bohren – das Haus gehört Ihnen nicht. Trotzdem sind Sie nicht machtlos.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, was Sie als Mieter selbst tun können und wie Sie Ihren Vermieter ins Boot holen.

In unserem Gesamtüberblick Hochwasserschutz fürs Haus finden Sie alle wichtigen Maßnahmen für Eigentümer und Mieter.

Was dürfen Mieter ohne Genehmigung?

Mobile Schutzsysteme können Sie als Mieter selbst beschaffen und einsetzen, da sie keine baulichen Veränderungen erfordern.

Flutschotts werden vor Türöffnungen gestellt und verspannt – kein Bohren, keine Spuren. Sandsäcke oder Sandsack-Alternativen (z.B. Quick-Dammbalken aus dem Baumarkt) können für den Notfall bereitgehalten werden. Selbstklebende Dichtungen an Tür- und Fensterschwellen bringen bei niedrigem Wasserstand etwas.

Auch der Lichtschacht schützen lohnt sich — eine oft übersehene Schwachstelle bei Mietwohnungen.

Einfache Lichtschachtabdeckung aus Acrylglas.
Einfache Lichtschachtabdeckung aus Acrylglas.

Was sollten Mieter den Vermieter fragen?

Rückstauklappe: Fragen Sie Ihren Vermieter, ob eine Rückstauklappe vorhanden ist und wann sie zuletzt gewartet wurde. Wenn keine vorhanden ist, bitten Sie den Vermieter schriftlich um Einbau.

Permanenter Hochwasserschutz: Dammbalkensysteme und Acrylschotts erfordern Bohrungen am Gebäude und damit die Zustimmung des Eigentümers. Schreiben Sie Ihren Vermieter an und weisen Sie auf die Gefahr und die Möglichkeiten hin.

Versicherungsschutz: Prüfen Sie, ob Ihre Hausratversicherung Elementarschäden abdeckt. Falls nicht, erweitern Sie den Schutz – das können Sie als Mieter selbst.

Mehr dazu: Elementarversicherung für Mieter — Was deckt der Versicherungsschutz ab?

Musterschreiben an den Vermieter

Sehr geehrter Vermieter, unser Wohngebäude liegt in einem Bereich, der bei Starkregen und Hochwasser gefährdet ist. Ich möchte Sie bitten, prüfen zu lassen, ob Schutzmaßnahmen wie Dammbalkensysteme, Acrylschotts für Kellerfenster oder eine Rückstauklappe sinnvoll wären. Die Kosten für solche Maßnahmen betragen je nach Umfang ca. 3.000 bis 8.000 Euro und sind teilweise steuerlich absetzbar. Ein einziger Wasserschaden kostet erfahrungsgemäß ein Vielfaches. Ich kann Ihnen gerne den Kontakt zu einem spezialisierten Fachbetrieb vermitteln, der eine kostenlose Vor-Ort-Beratung anbietet. Mit freundlichen Grüßen

Hochwasserschutzmaßnahmen an einem Haus mit Schutzwand und Dokumenten.
Effektive Hochwasserschutzmaßnahmen schützen Ihr Haus vor Überschwemmungen in Hochwassergebieten.

Wertvolle Tipps für Mieter

Wertgegenstände hochlagern. Wenn Sie im Erdgeschoss oder Souterrain wohnen: Elektronik, wichtige Dokumente und Erinnerungsstücke nicht auf dem Boden lagern. Regale und Plastikboxen schützen vor dem Schlimmsten.

NINA-Warnapp installieren. Die App warnt vor Unwetter, Hochwasser und anderen Gefahren. Freigeschaltet für ganz Deutschland.

Notfallplan haben. Wissen Sie, wo der Hauptschalter für Strom und Gas ist? Im Ernstfall zählt jede Minute.

Fotos machen. Dokumentieren Sie den Zustand Ihrer Wohnung und Ihres Hausrats regelmäßig mit Fotos. Im Schadensfall brauchen Sie diese Nachweise für die Versicherung.

Wenn es doch passiert ist: Unser Ratgeber Soforthilfe nach Hochwasser zeigt die ersten Schritte.

Unsere Erfahrung aus über 450 Montagen: Wir arbeiten regelmäßig mit Hausverwaltungen und Vermietern zusammen. Oft reicht eine professionelle Beratung und ein konkretes Angebot, damit der Vermieter die Maßnahmen genehmigt. Die Kosten kann er als Instandhaltung steuerlich absetzen – ein gutes Argument.

Häufig gestellte Fragen

Muss mein Vermieter Hochwasserschutz einbauen?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht dazu. Aber wenn der Vermieter von einer bekannten Gefährdung weiß und nichts unternimmt, kann das im Schadensfall haftungsrelevant sein.

Kann ich ein Flutschott auf eigene Kosten kaufen?

Ja. Flutschotts sind mobile Systeme, die Sie bei Auszug mitnehmen können. Kosten: ca. 800 bis 1.500 Euro.

Ich wohne im Erdgeschoss – ist das besonders gefährlich?

Ja, Erdgeschoss- und Souterrainwohnungen sind am stärksten gefährdet. Hier ist eine Elementarversicherung für den Hausrat besonders wichtig.

Fördermöglichkeiten für Schutzmaßnahmen: Förderung für Hochwasserschutz — welche Zuschüsse möglich sind.

Vermieter überzeugen? Wir helfen:

👉 Kostenlose Beratung anfragen – Wir erstellen ein Angebot, das Sie Ihrem Vermieter vorlegen können.

👉 Konfigurator starten – Erste Einschätzung in 2 Minuten.

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